Zivilschutz: Freischaufeln, Putzen, Aufräumen

02.09.2005

Die Unwetter und Überschwemmungen vom Wochenende des 21.8.2005 hinterliessen auch in den Gemeinden Luterbach und Zuchwil ihre Spuren – wenn auch verhältnismässig geringe. Der geplante Wiederholungskurs der Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach kam gerade richtig und wurde zum grössten Teil dazu verwendet, etliche Kubikmeter angeschwemmten Sandes zu räumen.

Für die Woche vom 29.8. bis 2.9. war schon längst ein WK vorgesehen gewesen, nur das Programm wurde den aktuellen Ereignissen angepasst. Nach Besichtigung verschiedener Schadensplätze entlang der Emme sowie Absprachen mit den Bürgergemeinden, Einwohnergemeinden und Feuerwehren wurde der Hauptzweck der Herbstübung kurzfristig geändert: die Rettungsdienst-Angehörigen sollten möglichst viel angeschwemmten Unrat und Schlamm entfernen. Diese Programmänderung konnte den ca. 40 Eingerückten zwar erst am 29.8. zum Kursanfang mitgeteilt werden, trotzdem: die Ausrichtung des Kurses auf die nötigen Aufräumarbeiten wurde einstimmig begrüsst.

Die Unterführung bei der Dammstrasse , anschliessend an die Emmengasse war beispielsweise fast aufgefüllt mit dem Gemisch aus  Schlamm, Sand und Holztrümmern. Hier und anderswo halfen die Traxmaschinen von Baufirmen und unterstützten die Arbeiten wesentlich. Ganz in der Nähe hatte die Feuerwehr Luterbach während des Hochwassers ein Einfamilienhaus mit Sandsäcken aus Zivildienstbeständen geschützt. Die Angehörigen des Rettungsdienstes entleerten die Säcke in Mulden und breiteten sie zum Trocknen aus.

 

Etwas weiter Emme abwärts, Richtung Pfadiheim Luterbach, war der Waldweg stellenweise komplett mit Sand zugedeckt. Auch hier luden ein Trax und zwei Dumper den Schlamm in Mulden um zum Abtransport. Auf der „zuchler“ Seite der Emme waren Fussgänger- und Veloweg unter der Brücke Richtung Derendingen, aber auch die Unterführung beim Pfadiheim Zuchwil bereits vor dem Einsatz  maschinell freigelegt worden. Die Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach  führte auch hier die feineren Säuberungsarbeiten durch und führte zahllose Schubkarren voller Sand weg.

Zusätzlich konnten drei Angehörige des Zivilschutzes, die sich auf Anfrage des Kantons freiwillig zur Katastrophenhilfe gemeldet hatten, nach Meiringen entsandt werden (diese Zeitung berichtete).

Trotz der genannten Zusatzaufgaben fällten die Rettungsdienstler einige Bäume auf dem Areal des Zelglischulhauses in Zuchwil und stutzten die Hecke an der Hauptstrasse. Einige Angehörige des Anlage-, Material- und Transportdiensts unterstützten sie dabei – damit konnte das vergrösserte Arbeitspensum in dieser Woche etwas aufgefangen werden.

Auch in der Umgebung des Oberstufenzentrums Derendingen-Luterbach galt es, Bäume zu fällen, zu häckseln und zu entsorgen – selbstverständlich unter Leitung und Anweisungen von Mitarbeitern der Forst AG.

Der Sanitätsdienst, geleitet von Rolf Caccivio, setzte einen Kontrapunkt und führte in der zweiten Wochenhälfte einen CPR-Kurs durch. Der Kurs entspricht einem Nothelferkurs mit Herz-Reanimation.

Ebenfalls in der zweiten Wochenhälfte wurden die Angehörigen des Betreuungsdienstes durch Führungen und Besichtigungen mit der Feuerwehr Zuchwil, mit den Kommandoposten und Zivilschutzanlagen bekannt gemacht.

Die Logistik (Anlagen-, Material- und Transportdienst) wurde vom veränderten Einsatzplan ebenfalls gefordert, die Logistiker hatten die Einsatzkräfte mit Werkzeugen und Ausrüstung zu versehen und sie an die Einsatzorte zu transportieren. Dafür standen zwei kleine Busse sowie zwei Militärfahrzeuge (entliehen von der Kaserne Burgdorf) zur Verfügung. Ihren geplanten Auftrag, die Wartung der Zivilschutzanlagen Luterbach und Zuchwil gemäss kantonaler Vorschriften, konnten die Angehörigen des Anlagen- Material- und Transportdiensts trotz dieser Erschwerung erfüllen.

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