WK Führungsunterstützung, 29. Mai – 1. Juni 2012

07.06.2012

«An Zulu 7 von KP – antworten.» Vor der Zivilschutzanlage am Asylweg in Zuchwil steht ein Tisch mit vielen Zetteln, Merkblättern, mehreren Telefonen und Funkgeräten. Eine Funkübung mit vier mobilen Kleingruppen und zwei fixen Standorten ist in vollem Gang. Thomas Hert, Chef Lage, instruiert per Funk eine der Gruppen über den weiteren Verlauf der Übung, befragt sie nach Kartensymbolen und lässt immer wieder den Blick über die vor ihm liegenden Listen schweifen. Auf dem Display seines Polycom, dem Handgerät der neusten Generation Funkgeräte, blinkt ein Schlüsselsymbol. Ein prüfender Blick auf den «Polycom-Spick», der Kurzanleitung für die Gerätebedienung, lässt den Schluss zu, dass es sich um die Verschlüsselung des Signals handeln muss. Die Funksprüche sind nur Bestandteil einer Übung und beinhalten keine brisanten Daten oder Fakten – die Übung geht weiter.

Diese Polycom-Handgeräte stellen für Mario Ljuca, Chef Telematik, aktuell eine Herausforderung dar. «Vor einem Jahr stellten wir fest, dass ein Betrieb vor dem KP in Zuchwil nur mit Einschränkungen bezüglich Reichweite und Sprachqualität möglich ist. Daraufhin haben wir den Zuständigen des Kantons informiert. Den Betrieb in der Gemeinde Luterbach testen wir dann nächstes Jahr in einer separaten Übung.»

Wenig später stösst Hansruedi Affolter, Zuständiger für Technik beim Amt für Militär und Bevölkerungsschutz, Fachbereich Zivilschutz, hinzu. «Wir haben die Störungsmeldung letztes Jahr erhalten und umgehend reagiert. Einzelne Geräte wurden in Reparatur gegeben.

Urban Wollschlegel, Betriebsleiter Polycom der Polizei Kanton Solothurn, ist ebenfalls eingetroffen. «Im Laufe des Frühlings wurde in Zusammenarbeit mit dem BABS die Funkfeldversorgung überprüft. Es konnten keine Unregelmässigkeiten festgestellt werden. Wir werden jetzt einzelne Funkgeräte der Servicestelle (RUAG) zusenden, damit diese Geräte geprüft werden können. Nach diesem Test können wir dann weitere Schlüsse ziehen.»

Patrick Antonel, Gruppenführer Telematik, ist für die «lange Leitung» zuständig. «In etwas weniger als einem halben Tag haben wir in einem 5-köpfigen effizienten Team ca. 500 m Kabel verlegt. Diese werden mit einer speziellen Vorrichtung in ca. 5 m Höhe an Bäumen, Strassenlaternen oder anderen Befestigungsmöglichkeiten angebracht. Damit testen wir einmal jährlich das Wissen und Können der Zivilschützer und zugleich auch das Material. Beide Komponenten – Mann und Material – haben den Test bestanden.»

David Sommerhalder, Gruppenführer Telematik, freut sich auf den Telematik-Ausbau der Zivilschutzanlagen Zuchwil und Luterbach. «Die Kosten für den Ausbau wurden auf Gemeindeebene gutgeheissen, ein Drittel des Betrags stammt aus dem Pool der Ersatzabgabe für Schutzräume, der grössere Teil übernimmt der Bund. Anschliessend sind wir dann auch innerhalb der Anlage vernetzt. Handys oder Funkgeräte hatten bisher absolute Funkstille. Einzig ein Telefon- und ein Internetanschluss sind vorhanden. Dies ist auch ein Faktor für die Vermietbarkeit der Anlagen – Handyempfang innerhalb der Anlage ist beim Militär wie auch bei anderen Gästen beliebt.» Der Ausbau wird voraussichtlich noch dieses Jahr umgesetzt, die nächste Funkübung in Zuchwil wird also drinnen stattfinden können.

 

Christian Tschui
Chef Info

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