Trümmerpiste und Rückblick auf Schneechaos

08.09.2006

Ein abwechslungsreiches Programm erwartete die WK-Teilnehmer des WK G9 vom 4. bis 8. September 2006 der Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach:

  • Umfassende Rettungsübung im Ausbildungszentrum für Sicherheit in Büren a. A.,
  • zahlreiche Einsätze zu Gunsten der Bürger- und Einwohnergemeinden Zuchwil und Luterbach,
  • Vertiefung lebensrettender Sofortmassnahmen unter der Leitung von medizinischen Fachkräften und
  • ein Workshop «Schneechaos», der Aufschluss gibt über die Flexibilität des Zivilschutzes im Ernstfall.

 

Schwere Werkzeuge im Einsatz

Die bereits für letztes Jahr geplante Rettungsübung im Ausbildungszentrum für Sicherheit in Büren a. A. wurde nachgeholt, nachdem sie im letzten September aufgrund des Einsatzes nach dem Hochwasser abgesagt werden musste. Peter Habegger, Chef Einsatz, war mit dem Engagement der 34 WK-Teilnehmer sehr zufrieden. «Wir gehen den verschiedensten Berufen nach. Der Umgang mit den Rettungsgeräten wie Habegger-Seilzug, Kompressor, Trennscheibe, Motorsäge oder Spreizer können wir im Alltag nicht üben. Deshalb sind solche Ausbildungen äusserst wichtig, um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein.» Nach anderthalb Tagen Training auf der Trümmerpiste wurde erfolgreich eine Rettungsübung mit zwei Verschütteten durchgeführt. Auf positives Echo stiess vor allem das «Quick-Training» im modernsten Kleinbrand-Trainingshaus der Schweiz, ein Kursmodul des Ausbildungszentrums in Büren. «Ausbildungen mit engem Alltagsbezug stossen auf grosses Interesse». Das Modul behandelt die Brandbekämpfung im Alltag und richtet sich an Eltern, Betriebspersonal, Organisationen, Schulen und Vereine. Auch Polizei und Feuerwehr absolvieren jeweils diese Ausbildung.

 

Die verschiedenen Einsätze - Aufräumarbeiten zu Gunsten der Bürger- und Einwohnergemeinden Zuchwil und Luterbach - wurden von den rund 30 Zivilschutzangehörigen zur vollsten Zufriedenheit der Behörden ausgeführt. Bereits im „Azeiger“ angekündigt war die Ausholzung im Späckgraben Luterbach, Blumenweg 7–17. Bäume wurden durch den Kreisförster gezeichnet und durch eine Holzergruppe des Forstbetriebes Wasseramt AG gefällt. Der Zivilschutz übernahm die Aufräumarbeiten und die Instandstellung des Geländes inkl. der Ausbesserung von leichten Schäden am Terrain. «Vom Bach ist vorher nicht mehr viel zu sehen gewesen. Das gesamte Bachufer war überwuchert. Nachdem wir den ganzen Bach von Holz und Laub befreit hatten, kommt er für Tiere und Anwohner wieder voll zur Geltung», meinte Gruppenführer Alexander Bürgi. Zahlreiche Bäume waren morsch oder schräg gewachsen und deshalb nicht mehr standfest genug. Gleichzeitig warfen sie Schatten auf den niederen Uferbewuchs und verhinderten das gesunde Wachstum der jungen Triebe in der gewünschten Artenvielfalt im Heckenbereich. Dank dem Ausholzen kann wieder eine artenreiche Hecke entstehen, die auch der Tierwelt zugute kommt.

 

An der rege genutzten Kleinbrücke des Fussgängerwegs an der Aare neben der Mündung des Emmenkanals wurden morsche Balken ausgewechselt. «Von oben sah man den Balken nichts an. Die Brücke wäre aber in den nächsten Jahren zum Sicherheitsrisiko für Fussgänger und Velofahrer geworden» so Zugführer John Pfister. Diese Brücke ist Teil des beliebten Aare-Waldwegs und befindet sich auf der Route des Waldlehrpfads, den die Bürgergemeinde Luterbach vor wenigen Jahren errichten liess.

 

Recht überwachsen waren einige Stellen am nördlichen Rand des Birchiwaldes. Diese wurden zurückgeschnitten und einige Bäume gefällt. Ebenfalls zurückgeschnitten und gerodet wurde das Gelände um das Biotop beim Zelglischulhaus.

 

Schneechaos im Rückblick

Die Ziele des Betreuungsdienstes für den zweitägigen WK waren der Workshop «Schneechaos» und die Ausbildung in Erster Hilfe. Für Vorbereitung und Sicherstellung allfälliger Betreuungseinsätze diente das Beispiel «Schneechaos auf der Autobahn». Dieses ereignete sich in der Nacht auf Sonntag, 5. März, dieses Jahr auf der Belchenrampe infolge Niedergangs von 40 cm Schnee. Allen noch bestens in Erinnerung – 320 gestrandete Touristen fanden Unterschlupf in den Zivilschutzanlagen von Egerkingen und Oensingen – wurden Umstände und konkrete Vorgehensweise in diesem Workshop behandelt. Durch die A5 als Zubringer zur A1 drohen Zuchwil (Einfahrt A5) und Luterbach (Verzweigung), in die gleiche Situation zu geraten, sollten sich ähnliche Schneefälle in Zukunft wiederholen. Das Resultat dieses Workshops ist die positive Erkenntnis, dass die Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach auf ein solches Ereignis bestens vorbereitet ist.

Um einen Betreuungseinsatz im Betagtenheim Blumenfeld Zuchwil für 2007 abzuklären, wurde bei einem halbtägigen Info-Rundgang den insgesamt 18 WK-Teilnehmern die Einrichtung gezeigt.

 

Modernste Medizintechnik

Im Sanitätsdienst wurden in zwei Tagen Ausbildung vorwiegend lebensrettende Massnahmen behandelt. Für den Ernstfall ist ein Einblick in Hilfsmittel und Vorgehensweisen der medizinischen Fachleute unersetzlich. Fabian Burkhalter, Rettungssanitäter des Bürgerspitals Solothurn, demonstrierte den Umgang mit modernster Technik, die bei einem Notfall zum Einsatz kommt. «Das Lifepak 12, ein Multifunktionsgerät für Blutdruck-, Sauerstoffsättigungs- und CO2-Messung inkl. Defibrillator der neusten Generation ist bei den meisten Rettungseinsätzen dabei». Ein Notfallkoffer mit Hilfsmitteln für Beatmung, Infusion, Betäubung, Reanimation und gegen Schmerzen, Krämpfe und Übelkeit wurde geöffnet und sein vielseitiger Inhalt unter die Lupe genommen. In einem zweiten Teil wurden die Teilnehmer von Hanni Leuenberger auf den neusten Stand der CPR-Massnahmen gebracht.

Ein Rundgang des Sanitätsdienstes im Altersheim Derendingen-Luterbach am zweiten Tag diente der Abklärung, ob im nächsten Jahr ein Einsatz in der Betreuung möglich wäre.

 

Die Spuren des Sommers

Beim zweitägigen Unterhalt der beiden Zivilschutzanlagen Zuchwil und Luterbach hinterliess der Sommer seine Spuren. Unzählige Fliegen suchten Unterschlupf in den kühlen Räumen und blieben dort liegen. Die gesamten Anlagen wurde unter der Leitung von Dienstchef Marcel Aeby nach vorgegebener Checkliste überprüft.

 

Erstklassige Verpflegung

Mit «Schweinsschnitzel mit Butternudeln» oder «Gespickter Braten mit Risotto» wurde das Ziel, die Verpflegung sicherzustellen, bei weitem übertroffen. Um die 6-köpfige Küchenmannschaft unter der Leitung von Küchenchef Dominic Scheidegger rechtzeitig ins Wochenende entlassen zu können, wurde das Mittagessen auf einem Feuer im Birchiwald oberhalb der Anlage und auf einem Grill direkt vor der Anlage «gekocht». Beim «Grillplausch in der Anlage mit Salatbuffet» und der Verpflegung rund um das Feuer fand der zufriedenstellende WK G9 seinen kulinarischen Abschluss.

 

Christian Tschui
Chef Information

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