Roter Rauch über Luterbach

24.05.2013

WK des Zivilschutz Zuchwil-Luterbach

Explosionen beim Gebäude der Malerei Lüthi, mehrere Gebäude stehen in Brand, flächendeckender Stromausfall und ein drohender Zusammenbruch der Telefonverbindungen. Was nach einer Katastrophe tönt, sind Auszüge aus dem fiktiven Szenario, das im WK Führungsunterstützung des Zivilschutz Zuchwil-Luterbach vom 21. bis 24. Mai durchgespielt wurde.

 

Verschiedene Massnahmen wurden bereits getroffen: Die Polizei sowie mehrere Feuerwehren der Umgebung wurden aufgeboten, Spitäler und REGA sind informiert, Spezialisten der Spurensicherung befinden sich auf dem Platz. Sammelplätze und Führungsstandorte wurden provisorisch erstellt und eingerichtet.

 

Geschehen sind diese Ereignisse natürlich nicht, sind aber durchaus denkbar. «Für diesen und andere Fälle hat der Zivilschutz die Aufgabe, als zuverlässiger Partner des Bevölkerungsschutzes zur Verfügung zu stehen. Deshalb ist es wichtig, immer wieder – zum Beispiel in Form von Übungen wie dieser – die Zivilschützer darauf vorzubereiten und den Wissensstand sowie die Handgriffe jederzeit abrufbar zu halten», erklärt Mario Ljuca, Chef Telematik, die aktuellen Geschehnisse im WK.

 

Aufgabe der rund 15 Zivilschützer ist es, in kleineren Gruppen mehrere Posten in Luterbach aufzusuchen, sowie Beobachtungen und Meldungen rund um den Dorfkern von Luterbach per Funk zu übermitteln. Diese werden am zentralen Standort beim Werkhof als Journal erfasst und mit den korrekten Ereignissymbolen auf einem Lageplan deren Positionen markiert. «Der Plan ist für Aussenstehende nur schwer zu interpretieren, geben aber der Führungsunterstützung Aufschluss über betroffene Gebiete, Windgeschwindigkeiten, Anzahl Personen und einiges mehr. Daraus lassen sich Risiken und Möglichkeiten ableiten und raschmöglichst entsprechende Massnahmen ergreifen», so Thomas Hert, Chef Lage.

 

Parallel dazu wird eine 1,5 km lange Drahtverbindung erstellt – um einiges länger als geplant – und an einem der Posten als funktionsfähige Telefonverbindung gleich in die Übung integriert. Das eingespielte Team um Gruppenführer Patrick Antonel hat schon unzählige Leitungen in Zuchwil erstellt – dies war die erste in Luterbach. In relativ kurzer Zeit ist die Leitung auch bereits wieder abgebaut – inklusive Überquerung der Solothurnstrasse mit kurzfristiger Beihilfe eines Verkehrsdienstes.

Reibungsloser Polycom-Betrieb

Die Befürchtungen um Probleme mit dem Polycom haben sich in Luterbach glücklicherweise nicht bewahrheitet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim KP Zuchwil, die mittlerweilen behoben werden konnten, funktionierten sämtliche Verbindungen in Luterbach problemlos. Verbindungen über längere Distanzen wurden nicht getestet – auch ein Test eines gemeindeübergreifenden Funkbetriebs ist noch ausstehend. Dieser ist für nächstes Jahr geplant, da bis 2014 die Kommandoposten Zuchwil und Luterbach ausgebaut und technisch auf dem neusten Stand sein werden, womit Polycomgeräte und Mobiltelefone neu auch innerhalb der Anlagen verwendet werden können.

 

Christian Tschui
Chef Info

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