Regionale Allrounder

03.09.2010

Vom 31. August bis 3. September 2010 absolvierten 60 motivierte Angehörige der Regionalen Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach einen vielseitigen WK mit Schwergewicht Ausbildung. Montag und Dienstag erledigte eine kleinere Gruppe die Aufräumarbeiten einer Bach-Ausholzung zu Gunsten der Gemeinde Luterbach. Donnerstag und Freitag wartete ein intensives Aus- und Weiterbildungsprogramm auf die rund 30 Pioniere der Unterstützung.

 

Brücken bauen

Von Wassermassen blieb unsere Region dieses Jahr weitgehend verschont. Das war nicht in der ganzen Schweiz der Fall – und auch in unseren Gemeinden kann es jederzeit zu einem Einsatz des Zivilschutzes kommen. Stehendes und fliessendes Wasser überquert man am einfachsten mit einer Brücke. Um eine solche innert nützlicher Frist errichten zu können, besuchten 25 Pioniere der Unterstützung mit 2 Mann Kader das neue Zivilschutz Kompetenzzentrum ziko in Balsthal. Der eintägige Kurs unter der Leitung des Zivilschutzinstruktors Peter Lörtscher fand bei den Teilnehmern grossen Anklang. Improvisationstalent und Einsatz des gesunden Menschenverstandes waren gefragt, als mit mehreren Metern langen Holzbalken, Brettern und Seilen eine Brücke gebaut werden sollte. Was im ersten Moment nach Abenteuerspielplatz tönt, liess innert kurzer Zeit eine ca. 12 Meter lange und begehbare Brücke entstehen: Im Ernstfall könnte sie von zahlreichen Personen gleichzeitig in zwei Richtungen passiert, stark belastet und bei Bedarf in der Länge erweitert werden, z.B. um kleine Flüsse zu überqueren. Grundlage für die Holzkonstruktion waren Knoten und Bünde, die vorgängig Thema eines kurzen Auffrischungsblocks waren. Damit wurden die Balken zu Zweibeinen gebunden, im Abstand von etwas weniger als der Länge der begehbaren Bretter aufgerichtet, mittels Seilzug fixiert, die Bretter aufgelegt und Handläufe angebracht. Mit dem Gewicht aller Teilnehmer – über 2 Tonnen! – konnte es die fertige Brücke mühelos aufnehmen.

 

Kommunizieren und Leben retten

Was tun bei Ereignissen mit Verletzten? Das Beherrschen von lebensrettenden Sofortmassnahmen kann nicht zuletzt auch im zivilen Alltag von äusserster Wichtigkeit sein. Die Samariterin Hanni Leuenberger vermittelte den Kursteilnehmern während eines mehrstündigen Ausbildungsblocks die neusten «ABCD»-Kenntnisse – Airway, Breathing, Circulation, Defibrillation. Auf die CPR-Massnahmen (Herz-Lungen-Massage) wurde ebenfalls näher eingegangen und an Übungspuppen angewandt.

 

«Polycom», das neue und abhörsichere Funknetz, ist bei uns sowie bei den Bevölkerungsschutzpartnern Grenzwache, Polizei, Feuerwehr und Militär im Einsatz. Schritt für Schritt werden den einzelnen Dienste der Umgang mit den modernen Geräten vermittelt. Erste Kontakte konnten die Pioniere im halbtägigen Kurs beim Telematik-Gruppenführer Patrick Antonel knüpfen. Nach dem kurzen theoretischen Teil über Geschichte, Möglichkeiten des Geräts und Aufbau des Kommunikationsnetzes wurden Inbetriebnahme, Akkuwechsel, Wählen und Wechseln des Kanals sowie das korrekte Führen eines Funkgesprächs im Freien geübt. Nach dem für 2011 vorgesehenen Ausbau der beiden Kommandoposten in Zuchwil und Luterbach wird Polycom die alten Geräte komplett ablösen.

 

Text und Fotos: Christian Tschui, Chef Information

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