100 Mann im Schatten der Euro 2008

05.09.2008

Das Jahr 2008 der Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach wurde voll und ganz auf die Europameisterschaft im Juni ausgelegt. Obwohl kein offizieller Einsatz stattfand, wurde für eine optimale Planung des Euro-Auftrags auf Einsätze zugunsten der Gemeinden Zuchwil und Luterbach im WK G 11 vom 1. bis 5. September verzichtet. So konnten sich die insgesamt rund 100 Zivilschützer gezielt auf Aus- und Fortbildung konzentrieren.

 

Rückblick auf die Euro 2008

Die im Auftrag vom Kanton während drei Juniwochen bereitgehaltenen 200 Betten in der Zivilschutzanlage Zuchwil kamen nicht zum Einsatz. Einsätze fanden lediglich im Rahmen des Verkehrsdienstes statt, die fünf ausgebildeten Zivilschützer wurden mehrere Male direkt von der Polizei aufgeboten und eingesetzt.

 

Aus- und Fortbildung

Der Bereich Führungsunterstützung übte nach dem Drehbuch von Peter Kosmann mit einem 16-köpfigen Team plus sechs Kaderleuten während zwei Tagen auf verschiedenen Plätzen die Sicherstellung der Kommunikation. Ausgangslage waren fiktive Schadensereignisse, die Informationen konnten mit dem errichteten Funknetz und der gelegten Telefonleitung übermittelt und auf einem Lageplan im Kommandoposten visuell erfasst werden.

 

Besuch von Betreuung/Sanität beim grössten Arbeitgeber des Kantons: Die 13-köpfige Gruppe erhielt unter der Leitung von Rolf Caccivio einen umfassenden Einblick in Rettungsdienst, Notfallabteilung und Radiologie des Bürgerspitals Solothurn. Rettungssanitäter Fabian Burkhalter und Frau Heilinger gewährten den Besuchern interessante Einblicke in eingespielte Abläufe, verschiedene Räumlichkeiten und lieferten Zahlen und Fakten zum vorhandenen High-tech-Equipment. Nebst Röntgenapparat, Magnetresonanztomograph und Nuklear-Medizin war der neue Computer-Tomograf, der gerade einen Scan von einem der rund 43000 Patienten dieses Jahres erstellte, das eine Highlight. Das andere Highlight war gerade unterwegs: Das neue Rettungsfahrzeug – das erste der Flotte in gelber Farbe.

 

Die 28 Zivilschützer der Unterstützung, davon 8 Kader, übten im Ausbildungszentrum für Sicherheit in Büren a. A. während zwei Tagen den Umgang mit Feuerlöschern und Rettungsgeräten. Die mehrstündige Brandschutzausbildung «Quick Training» am ersten Tag teilte sich in zwei Teile. Während im theoretischen Teil grundsätzliche Informationen zum Phänomen «Feuer», zu Brand- und Feuerlöscherklassen und zum korrekten Vorgehen beim Löschen eines Feuers vermittelt wurden, war im praktischen Teil an jeder der drei Stationen Mut gefragt: Verhalten von und bei Feuer im modernsten Kleinbrand-Trainingshaus der Schweiz, Einschätzung von Brandklassen und Wahl des richtigen Feuerlöschers in nachgestellten Situationen sowie Testen der Wirkungsweise von Feuerlöschern bei verschiedenen Brandklassen. Und nach einer „brandheissen“ Demonstration eines gefährlich falschen Einsatzes von Wasser wird hoffentlich keiner der Teilnehmer eine brennende Friteuse mit Wasser zu löschen versuchen.

 

Starke Leistung des Betreuungsdienstes: Bereits zu 97% abgeschlossen ist die periodische Schutzraumkontrolle, in deren Rahmen jeder private Schutzraum alle 10 Jahre vom Zivilschutzpersonal kontrolliert wird. Von den 235 Schutzräumen in Luterbach (Stand 2007) sind nach dem Start 2003 nur noch 6 zu kontrollieren, von den 468 in Zuchwil verbleiben noch 10.

Wenn die Anzahl der Einsätze, in denen ein aufmerksamer Nachbar die Polizei alarmiert, weil er beobachtet, wie „orange gekleidete Männer“ einen Lichtschacht unter die Lupe nehmen, nicht zunehmen, kann die Kontrollperiode 2003/2013 in Kürze ohne weitere Zwischenfälle abgeschlossen werden. Bitte – liebe Leserin, lieber Leser – denken Sie in einem solchen Fall kurz nach, ob die «farbigen Männer» eventuell Angehörige des Zivilschutzes sein könnten...

 

Christian Tschui
Chef Information

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