Halbe Vorbereitungszeit, doppelte Effizienz: Neue Geräte ermöglichen Top-Leistungen

09.09.2016

Der Beschluss des Kantonsrats im November 2014, neues Material für alle Zivilschutzorganisationen im Kanton Solothurn anzuschaffen, hat sich in Zuchwil-Luterbach bereits ein erstes Mal bewährt. Das alte (pneumatische) Material war mit 40 Jahren veraltet und nicht nur kompliziert in der Handhabung, sondern auch schwer zu transportieren. Ersatzmaterial war kaum oder gar nicht mehr erhältlich. Die drei neuen Anhänger, mit denen einer unserer Pionier-Züge dieses Jahr ausgerüstet wurde, sind im WK vom 8. und 9. September 2016 in Betrieb genommen worden. So hatten die Zivilschützer Gelegenheit, sich von den einfachen und leistungsfähigen Geräten zu überzeugen und erste Erfahrungen zu sammeln.

 

Die «Module», wie die drei Anhänger genannt werden, sind ihren Einsatzzwecken entsprechend beschriftet und bestückt: Das Modul «Elektro» ist mit Trenn-, Säge- und Meisselwerkzeugen, Kernbohrgerät, Betonsäge, Schneidbrenner etc. ausgerüstet und hat gegenüber der alten Situation ganz klar die grösste Änderung erfahren dürfen: «Die konsequente Umstellung auf Elektrogeräte lässt uns bedeutend effizienter arbeiten», stellt Florian Stadler, Zugführer Unterstützung, erfreut fest. «Wir sind um einiges schneller vor Ort, weil die Module bereits komplett bestückt bereitstehen. Und die alten, schweren Kompressoren wurden durch kleinere, handlichere Generatoren ersetzt, dadurch sind wir schneller einsatzbereit – und die neuen Elektrogeräte sind erst noch leistungsfähiger.» Zudem seien die Zivilschützer interessiert und motiviert, die Geräte auszuprobieren. «Die Ausbildung können wir intern durchführen, da die Anwendung der Geräte einfacher geworden ist.»

 

Das Modul «Wasser» besteht grösstenteils aus Schläuchen und Pumpen – die in unserer Gegend früher oder später garantiert zum Einsatz kommen werden. Auch hier wird die Umstellung auf Elektrogeräte deutlich sichtbar: Ausser einer leistungsfähigen Riverside-Wasserpumpe mit Benzinmotor wird auch hier auf die Leistung von 230- und 400-Volt-Geräten gezählt: Die Geräte auf dem Wasser-Modul kommen insgesamt auf eine stolze Wasserförderleistung von 10’000 Litern pro Minute. Auch eine «Schnittstelle» zur Feuerwehr ist damit bereits geschaffen: Während die Brandbekämpfung vor allem hohen Wasserdruck benötigt, sind die Pumpen des Zivilschutzes auf maximale Förderleistung ausgelegt. Ergänzt wird die Palette durch einen Wassersauger mit zuschaltbarer Wasserpumpe und einer Leuchtkerze für eine ausreichende Beleuchtung des Arbeitsplatzes.

 

Das Modul «Ersteinsatz» besteht aus Pioniermaterial: Diverse Hilfsmitteln zum Heben oder Verschieben von Objekten sind in mehrfacher Ausführung vorhanden. Zum Beispiel Hebekissen, Spreizer und Seilwinden – auch Schaufel und Besen gehören zur Ausrüstung dazu.

 

Die drei Module stehen einsatzbereit in der Zivilschutzanlage Zuchwil. «Wir haben in diesem WK die Erfahrung gemacht, dass wir dadurch unsere Vorbereitungszeit vom Eintreffen in der Anlage bis zur Verschiebung an den Einsatzort auf 40 Minuten halbieren konnten», stellt Swen Schärlig, Chef Unterstützung fest. «Im Herbst wird noch unser eigenes Zugfahrzeug geliefert, dann kann die Materialerneuerung erfolgreich abgeschlossen werden.»

 

Christian Tschui, Chef Info

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