Giftiger Rauch über KEBAG

20.05.2016

«13. Januar 2020, Windstärke 150 km/h, Chemikalien südlich der KEBAG stehen in Flammen, Giftgase breiten sich gegen Westen aus». Diese fiktive Situation ist Teil einer Übung im WK des Zivilschutz Zuchwil-Luterbach vom 19./20. Mai 2016 und wurde soeben durch die Polizei gemeldet. Der Chemiewehrzug der Feuerwehr ist ebenfalls unterwegs – eine Meldung macht sich auf ihre Reise.

 

Per Funk trifft sie im Nachrichtenraum des Kommandopostens in Zuchwil ein, wo sie von einem Zivilschützer entgegengenommen und auf einem Meldeformular festgehalten wird. Dieses Formular wird in den Kommandoraum den 5 Zivilschützern des Bereichs «Lage» weitergereicht und in der «Triage» auf Wichtigkeit geprüft. Was wichtig ist, wird farblich gekennzeichnet, das Formular dem nächsten Zivilschützer der Führungsunterstützung weitergegeben und anschliessend auf einer Karte mit entsprechenden Symbolen eingezeichnet.

 

Die Verantwortung, die auf den Entscheidungsträgern lastet, ist entsprechend gross: Welche Faktoren entscheiden über die Wichtigkeit von Ereignissen und Meldungen? Wie verarbeite ich möglichst schnell alle Meldungen, die eintreffen, ohne Wichtiges zu übersehen? Welche Informationen werden prioritär behandelt und können damit letzten Endes über Leben und Tod entscheiden? Es ist der einzelne Moment, der zählt. Und andere Köpfe, die in Zweifelsfällen hinzugezogen werden und gemeinsam beurteilen.

 

Bei dieser Übung sammeln sich unzählige Meldungen von Schadensereignissen. Das handschriftlich geführte Journal wächst auf 45 Einträge an und die Lagekarte an der Wand zeigt unzählige Ziffern und Zeichen. Die Karte dient dem Regionalen Führungsstab Zuchwil-Luterbach als Grundlage für weitere Entscheidungen und Massnahmen.

 

«Nächstes Jahr spielen in einem ähnliches Szenario die digitalen Hilfsmittel eine bedeutend wichtigere Rolle», so Jeremy Eger zur papierlastigen Einrichtung. «Wir müssen Szenarien unter schwierigsten Bedingungen üben und mit allen Mitteln und Werkzeugen schnell, exakt und zuverlässig arbeiten können.»

 

Christian Tschui, Chef Info

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