«Gebäude 4 – zwei Personen verschüttet»

10.09.2015

Staub und Lärm liegen gleichermassen konzentriert in der Luft. Ursache dafür sind die Presslufthämmer und Kompressoren – als Mittel zum Zweck. Das Ziel der Übung vom 4. September 2015 ist das Bergen und Retten von Personen. Noch am Tag zuvor übten die 45 Zivilschützer der Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach die Handhabung der benötigten Geräte.


Jeder Handgriff muss sitzen, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. Die Abläufe müssen eingespielt sein, die Aufgaben verteilt. Dafür sorgt primär der heutige Einsatzleiter Florian Stadler, er hat die Fäden in den Händen. Christian Kaliskys Einsatz als Chef Lage ermöglicht es, die Übersicht über Einsatzgruppen, Schadenplätze und -arten, Verletzte und Tote zu behalten. Alle Meldungen und Fortschritte werden auf der Lagekarte eingezeichnet.

 

Das Zivilschutz-Kompetenzzentrum ziko Balsthal befindet sich auf dem Gelände des Interkantonalen Feuerwehr-Ausbildungszentrums (ifa). Auf dem rund 1000 m2 grossen Pioniergelände wurde für diese Übung das dreiteilige Röhren- und Stollensystem grosszügig mit Hindernissen aus Beton, Stahl und Holz bestückt. Ein paar Stoff-Figuranten, die recht unempfindlich mit Wartezeiten umgehen können, dienen als Verletzte und Leichen. Die Hindernisse in den Stollen und Gängen müssen trotz der engen Verhältnisse fachgerecht durchdrungen und allfällige Rettungen von Personen vorgenommen werden. Nicht ganz einfach und vor allem eng, laut und staubig – aber dank fachgerechter Ausbildung und kompetenter Führung nur eine Frage der Zeit. Alle paar Minuten wird wieder ein geretteter «Stoffling» abtransportiert.

 

Nach knapp einer Stunde Teil- und Volllast ist die 400-Liter-pro-Minute-Wasserpumpe bereits fertig und der «Keller» der gefluteten Mehrzweckstation leer. Etwas später wird als Zusatzaufgabe im «oberen Stockwerk» des selben Objekts eine verletzte Person geborgen und nach unten transportiert.

 

Weitere zwei verschüttete Personen sind aus den beiden Stollen des Trümmerfelds zu bergen und ans Tageslicht zu befördern. Mit entsprechender Seiltechnik werden Zivilschützer in die Schächte abgeseilt, anschliessend die Verletzten gerettet. Eine weitere Person wird hinter einer tonnenschweren massiven Betonplatte gefunden. Dank der 3-Tonnen-Winde wird der Stoff-Figurant in «Windeseile» hervorgeholt und bei seinen Kollegen am Rand des Geländes deponiert.

 

Noch am Tag zuvor waren die Zivilschützer auf einem anderen Gelände mit dem Training an Geräten wie Kompressoren, Pumpen, Presslufthammer oder Schneidebrenner beschäftigt. Die heutige Übung in Balsthal zeigt, dass die Einsatzkräfte ihren Herausforderungen mehr als gewachsen sind. Das Programm kann einiges zu früh als Erfolg verbucht und abgeschlossen werden. So bleibt erst noch mehr Zeit, um das Gelände sauber und ordentlich wieder zu verlassen.

 

Christian Tschui, Chef Info

Zurück