Bilderbuch-Teamwork nach Unwetter

12.09.2014

Zivilschutz Zuchwil-Luterbach: 80 Pioniere und Stabsassistenten arbeiten bei dieser ersten regionalen Übung Seite an Seite.


So stellt man sich den «idealen» Ernstfall vor: Zivilschützer rücken passend ausgerüstet und koordiniert zu den Schadensplätzen aus und retten, was noch zu retten ist, oder reparieren, was zerstört wurde. Jeder Zivilschützer hat seine Funktion, seine Aufgabe, sein Spezialgebiet. Diese Ressourcen gilt es optimal einzusetzen.

 

Ein fiktives Unwetter wurde für den WK der regionalen Zivilschutzorganisation Zuchwil-Luterbach vom 11./12. September 2014 als Konzept auf Papier festgehalten: Heftiger Wind und Niederschläge haben die Infrastruktur der beiden Gemeinden an verschiedenen Orten stark beeinträchtigt oder beschädigt und muss wieder instand gestellt werden.

 

«Von ZULU 1 an ZULU 6: Wegen starkem Wind liegt bei der Zivilschutzanlage Feuerwehrmagazin Zuchwil ein Baum längs auf der Rampe und verhindert den Zugang zu wichtigem Rettungsmaterial.» Dreh- und Angelpunkt der Übung ist das KP Asylweg in Zuchwil. Von da aus wird alles koordiniert und geliefert. Der ständige Kontakt zu jeder Einsatzgruppe, die sich aus sechs Pionieren und einem Stabsassistenten mit Funkgerät zusammensetzt, ermöglicht es, Aufträge zu erteilen, Verschiebungen zu koordinieren und Materialbestellungen sofort zu tätigen. Von der Möglichkeit, personelle Unterstützung anzufordern, wurde ebenfalls Gebrauch gemacht.

 

Der Baum beim Feuerwehrmagazin Zuchwil muss nun rasch möglichst zerlegt und abtransportiert werden. Der versierte Umgang mit der Motorsäge lässt die zwei Zivilschützer der ersten Gruppe, beides gelernte Zimmermänner, rasch vorankommen. Die anderen vier Gruppenmitglieder tragen das Holz zum Anhänger und deponieren es anschliessend am Rand des Parkplatzes. Die nächste Gruppe, der die Aufgabe jeweils nach 45 Minuten übergeben wird, übernimmt den Schadensplatz und macht weiter. Die erste Gruppe wird per Fahrzeug zum nächsten Posten transportiert.

 

Bei grösseren Ereignissen wird ein Kommandoposten an der Front benötigt. Das Aufstellen eines solchen ist die Aufgabe am zweiten Posten in Luterbach beim Werkhof an der Alpenstrasse. Das 6 x 10 Meter grosse und 165 kg schwere Zelt ist der Traum jedes Camping-Freunds und entfaltet sich mittels Stromaggregat und Gebläse innert 10 Minuten zur vollen Grösse. Nach weiteren 15 Minuten ist es wieder auf Packmass reduziert und auf dem kompakten Anhänger mit diversem Zubehör verstaut und transportbereit.

 

Am dritten Posten wurde in Luterbach eine Brücke über den Emmenkanal im Bereich des Naturschutzgebiets weggespült. «Erstellen einer Seilbrücke», ist als definiertes Ziel auf der Infotafel zu lesen. «Absetzen von Polycommeldungen zwecks anfordern von Material». Stahlseil, Winde, Rolle und mehrere Nylonseile wurden umgehend bestellt und mit baumschonenden Hilfsmitteln im Naturschutzgebiet die Brücke errichtet. Sie würde im Ernstfall als temporärer Ersatz für Waren- und Personentransport dienen. der Belastungsprobe hielt sie problemlos Stand.

 

Christian Tschui, Chef Info
RZSO Zuchwil-Luterbach

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